Zustand und Grading
Was NM, LP und MP für den Preis bedeuten, wann sich professionelles Grading lohnt und wann es verbranntes Geld ist.
Der Zustand ist nach der Druckvariante der zweitgrößte Hebel auf den Preis — und anders als die Druckvariante ist er teilweise Ermessenssache. Wer die Skala kennt, ist in beide Richtungen geschützt: davor, für eine großzügig beschriebene Karte zu viel zu zahlen, und davor, eine eigene unter Wert abzugeben.
Die Skala
| Zustand | Kürzel | Wie sie aussieht | Wirkung auf den Preis |
|---|---|---|---|
| Near Mint | NM | Sieht ungespielt aus. Scharfe Ecken, saubere Kanten, keine nennenswerten Spuren auf der Oberfläche. | Der Maßstab. Preisangaben — auch die auf dieser Seite — meinen im Allgemeinen NM. |
| Lightly Played | LP | Leichte Kantenabnutzung oder ein feiner Kratzer, bei genauem Hinsehen erkennbar, aber nicht quer durch den Raum. | Üblicherweise ein moderater Abschlag gegenüber NM. |
| Moderately Played | MP | Deutliche Abnutzung — weiße Kanten, Kratzer, vielleicht ein leichter Knick. | Ein erheblicher Abschlag. Zum Spielen in Ordnung, zum Sammeln schlecht. |
| Heavily Played | HP | Starke Weißfärbung, Knicke, zerkratzte Oberfläche. Weiterhin identifizierbar und in einer Hülle turnierlegal. | Ein sehr starker Abschlag. Meist nur für Karten sinnvoll, die anders nicht erschwinglich sind. |
| Damaged | DMG | Risse, Wasserschäden, Beschriftungen, starke Knicke. | Praktisch kein Sammlerwert. Spielbar nur dort, wo der Zustand nicht kontrolliert wird. |
Wo sich der Zustand versteckt
- Kanten und Ecken. Weißfärbung zeigt sich zuerst an dunklen Rändern. Kippen Sie die Karte gegen das Licht.
- Oberfläche. Foils und besondere Druckvarianten zeigen Kratzer deutlicher als schlichte Karten — und lassen sich täuschend vorteilhaft fotografieren.
- Zentrierung. Wie gleichmäßig das Bild im Rahmen sitzt. Fürs Spielen belanglos, fürs Grading erheblich.
- Wellung. Foils wellen sich bei Feuchtigkeit gern. Meist nur optisch, fürs Grading aber relevant.
Professionelles Grading
Grading bedeutet, eine Karte an ein Unternehmen zu senden, das sie begutachtet, mit einer Punktzahl versieht und in einer festen Hülle versiegelt. Eine hohe Bewertung kann den Wert einer teuren Karte erheblich steigern; eine mittelmäßige steigert ihn meist gar nicht.
Die Rechnung ist einfach — und fällt meist ungünstig aus:
- Es kostet Geld pro Karte, dazu versicherter Versand in beide Richtungen.
- Es kostet Zeit — oft Monate, in denen die Karte weder verkäuflich noch spielbar ist.
- Das Ergebnis ist ungewiss. Eine Karte, die Sie für makellos halten, kann wegen einer nie bemerkten Zentrierung im Mittelfeld zurückkommen.
- Es rechnet sich nur bei ohnehin teuren Karten. Die Gebühren werden nicht kleiner, wenn die Karte es ist.
Gegradete Karten kaufen
Eine versiegelte gegradete Karte nimmt Ihnen das Zustandsrisiko ab und ersetzt es durch Vertrauen in den Gutachter. Achten Sie darauf, welches Unternehmen bewertet hat — Maßstäbe und Ansehen am Markt unterscheiden sich, und dieselbe Punktzahl erzielt nicht bei jedem Anbieter denselben Aufschlag.

